Second Hand als neuer Lifestyle? Warum ist gebrauchte Kleidung mittlerweile so beliebt?

Wer gerne stöbert, ist im Second Hand Bereich genau richtig.

Schon seit einigen Jahren hat sich die Second Hand Mode mehr und mehr auf dem deutschen Markt etabliert und gilt mittlerweile bereits als absoluter Fashion-Tipp für diejenigen, die den neuesten Trends nachjagen oder sie sogar selbst kreieren. Grundsätzlich wird darunter alles verstanden, was schon einmal gebraucht und danach wieder zum erneuten Verkauf angeboten wird – darunter müssen nicht zwangsläufig nur Kleidungsstücke zu verstehen sein, auch viele Accessoires vergangener Epochen oder aber Möbel mit dem gewissen rustikalen Schick lassen sich in den meist eher kleinen, verstecken Läden finden. Dennoch, das Kerngeschäft im Bereich Second Hand ist vor allem geprägt von Mode und hält meist nicht nur leicht ramponierte Stücke bereit, sondern oftmals auch Fehlkäufe, die vielleicht nur einmal oder vielleicht auch gar nicht getragen worden sind. Je nach Schwerpunkt des jeweiligen Ladens lassen sich außerdem viele Designerstücke finden, die mitunter sogar nur in geringer Auflage vorhanden sind – der Blick in den Second Hand Handel kann sich für Trendsetter also durchaus lohnen.

 

 

Vorteile von Second Hand Ware

  • Günstiger als Neuware
    Der wohl wichtigste Punkt, warum immer wieder gerne zu Second Hand Ware gegriffen wird, ist wohl die Tatsache, dass die Textilien schlichtweg sehr viel günstiger sind. Nachlässe von 70% sind keine Seltenheit und ermöglichen es auch Menschen mit schmalem Budget, hochwertige Kleidungsstücke zu finden, vielleicht sogar von einer Designermarke. Oftmals kann so sogar nicht nur ein einziges Teil, sondern ein komplettes Outfit zu einem sehr fairen Preis gefunden werden.
  • Gebrauchte Kleidung ist gesundheitlich unbedenklicher als Neuware
    Gebrauchte Ware wurde in der Regel bereits häufiger gewaschen, daher befinden sich in den Textilien weniger Schadstoffe und Chemikalien. Gerade für diejenigen, die auf diese und ähnliche Weise sensibel reagieren oder zu Allergien neigen, können hier profitieren.
  • Häufig gute Qualität
    Im Second Hand kann gute Qualität meist schnell ausgemacht werden. Das zeigt sich dadurch, dass die entsprechenden Teile kaum Abnutzungen haben, dennoch aber häufig getragen wurden. Ein interessanter Aspekt ist dies übrigens auch, wenn Kinderkleidung benötigt wird. Da Kinder schnell aus ihren Sachen herauswachsen, können Eltern fast sicher sein, dass die im Second Hand Store befindlichen Textilien kaum getragen wurden. Dementsprechend befinden sie sich oft in einem guten, wenn nicht sogar fast neuwertigem Zustand.
  • Umweltschutz wird unterstützt
    Tatsächlich ist es so, dass Käufer von Second Hand Waren in gewisser Weise sehr ökologisch handeln, denn so müssen weniger Fasern für neue Kleidungsstücke produziert werden. Das mindert wiederum die Umwelteinflüsse der Produktionsstätten und auch die Menge an zu entsorgender Kleidung wird auf diese Weise verringert. Zudem würden durch das Verbrennen der Kleidung giftige Dämpfe entstehen, die in die Atmosphäre gelangen.
  • Viele Einzelstücke
    Wer keine Mode von der Stange haben möchte, der ist im Second Hand genau richtig. Da hier nicht nur eine Marke angeboten wird, ist das Sortiment entsprechend vielfältig – wer nur lange und gut genug sucht, der kann so auf echte Schätze stoßen.
  • Weniger Stress
    Second Hand Läden sind normalerweise nicht einmal ansatzweise so überfüllt wie Läden bekannter Modemarken, Kundinnen bleibt daher das lästige Drängeln und Schubsen erspart. Stattdessen kann ganz entspannt gestöbert werden.
  • Angenehmere Atmosphäre
    Häufig sind Second Hand Läden verhältnismäßig klein und gemütlich eingerichtet. Wer also häufiger vorbeischaut, der wird vermutlich schnell Kontakte aufbauen und von einem persönlicheren Service profitieren, der so in einer großen Modekette niemals möglich wäre.

Second Hand als neuer Trend

In den vergangenen Jahren vollzog der Second Hand Bereich allerdings Stück für Stück einen gewissen Wandel, sodass die früher noch kunterbunt durcheinander gewürfelten Läden heute sehr viel aufgeräumter, stilvoller und einladender daherkommen. Oftmals spezialisieren sie sich außerdem auf eine bestimmte Zielgruppe, beispielsweise Kindermode, Damenkleidung, Übergrößen oder auch ausgefallene Teile aus den „Sixties“ und „Seventies“. Der Dachverband FairWertung bestätigt diesbezüglich, dass Second Hand mittlerweile alle sozialen Schichten und Altersgruppen anlockt, besonders beliebt sind die gebrauchten Textilien allerdings bei jungen Müttern. Hier steht vor allem die gute Hautverträglichkeit der Kleidungsstücke im Fokus, bei vielen anderen hingegen überzeugt einfach das gute Preis-Leistungsverhältnis.

Kleider beim Second Hand Laden abgeben?

Die Waren dürfen zwar gebraucht sein, gleichzeitig sollten sie für einen Verkauf an einen Second Hand Shop aber auch noch in gutem Zustand sein.

Der Verdacht liegt nahe, dass nicht nur Besitzer eines Second Hand Ladens heutzutage gut verdienen können, sondern auch diejenigen, die ihre Kleidung eben genau dort abgeben möchten. Allerdings sollte Verbrauchern diesbezüglich klar sein, dass sie in der Regel nur sehr niedrige Preise für ihre einst teuren Stück erhalten werden. Ein Beispiel: Ein guter Body für Kinder mag als Neuware einen stolzen Preis gehabt haben, im Second Hand wird ein solches Stück jedoch höchstens für einige Euro angeboten. Dementsprechend fällt der Verdienst für den ehemaligen Besitzer noch geringer aus, denn schließlich muss auch der Ladenbesitzer noch etwas daran verdienen. Finanziell lohnt sich das Abgeben von Kleidung im Second Hand Laden daher nur selten, andererseits besteht so aber eine besonders einfache und unkomplizierte Möglichkeit, um die Kleider schnell loszuwerden. Wer doch noch ein bisschen mehr an den liebgewonnenen Stücken verdienen will, der kann und sollte zu diesem Zweck allerdings einen Blick ins Internet wagen, denn dort warten etliche Tauschbörsen mit lukrativen Angeboten auf. Einer der bekannteren Vertreter dürfte beispielsweise momox sein, welcher einerseits kostenfrei nutzbar ist und bei dem der Ankaufspreis sofort ausgezahlt wird. Lediglich der Aufwand für den Versand kommt noch hinzu, ansonsten kann auf diese Weise aber meist doch noch etwas mehr aus den aussortierten Textilien herausgeholt werden.

Allerdings kann auch hier nicht jedes beliebige Stück problemlos verkauft werden, denn ein paar grundsätzliche Kriterien müssen sowohl online als auch im örtlichen Laden berücksichtigt werden:

Für solch schlecht gepflegte Schuhe wird auch im Second Hand Bereich niemand mehr Verwendung haben.

  1. Die Ware muss sich in einem guten, noch besser sehr guten Zustand befinden.
  2. Es muss sich in der Regel um originale Markenprodukte handeln.
  3. Die Textilien sollten sauber und gewaschen sein.

Abgelehnt werden hingegen Kleidungsstücke, die folgendes vorweisen:

  1. Stark ausgewaschene Farben
  2. Offene Nähte, Flecken, Löcher
  3. Abgenutztes Material
  4. Rauchgeruch, Tierhaare

Was für den Verkäufer also alles ein wenig schwieriger macht, das sorgt beim späteren Käufer schließlich für einen guten Service. Denn so garantieren die Läden dafür, dass wirklich nur ordentliche Ware zum Verkauf angeboten wird.

 

Die moderne Alternative zum Second Hand

Eine Alternative zum Second Hand Laden bietet mittlerweile außerdem der Kleidertausch. Das Prinzip ist dabei denkbar einfach: Tauschen statt Kaufen. Der Kleidertausch findet auf sogenannten Swap-Partys statt – dort können die eigenen gut erhaltenen Sachen gegen andere Kleidungsstücke getauscht werden. Nicht nur der Geldbeutel wird so geschont, die Nutzer haben auch die Möglichkeit, neue Kontakte zu Gleichgesinnten zu knüpfen und sich mit Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung zu verknüpfen. Ein wenig detaillierter wird das Thema „Swapping“ in folgendem Artikel aufgegriffen.

 

Abbildung 1: Pixabay.com © LoboStudioHamburg (CC0 1.0)

Abbildung 2: Pixabay.com © jarmoluk (CC0 1.0)

Abbildung 3: Pixabay.com © Antranias (CC0 1.0)



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